Das kulturelle Angebot in Ottawa ist immens groß. Überall in der Stadt gibt es Museen, Theater und kulturell interessante Gebäude und Ausstellungen. Hier haben Sie die Qual der Wahl, ob Sie lieber eine Aufführung im Ottawa Little Theatre oder doch lieber einen Rundgang durch die National Gallery of Canada machen - oder doch beides?
Das Kanadische Kriegsmuseum in Ottawa ist nicht nur für Geschichtsliebhaber ein Muss. Fünf verschiedene Bereiche des Museums zeigen Ihnen chronologisch die Kriegsgeschichte Kanadas, im eigenen Land sowie deren Einfluss in der Außenpolitik. Unterteilt ist das Museum in Sektionen wie die Kriege der Indianer vor der Ankunft europäischer Siedler, die Kriege der Europäer und First People in Kanada oder der Zweite Weltkrieg. Einen Schwerpunkt legt die Einrichtung in die neutrale Darstellung der Kriegsgeschehnisse, was nur teilweise gelingt. Ein besonderes Ausstellungsstück ist das Mercedes-Benz-Cabriolet von Adolf Hitler. Zudem rekonstruierte das Kriegsmuseum einige bekannte Kriegsschauplätze wie einen Schützengraben aus dem ersten Weltkrieg. Historisches Filmmaterial stellt vor allem das Grauen des Krieges sehr anschaulich dar, ein weiterer großer Raum ist den Veteranen der kanadischen Streitkräfte und ihren Heldentaten gewidmet. Das Museum ist Anfang des Jahres 2005 in ein völlig neues Gebäude umgezogen, da die alten Räumlichkeiten bei weitem nicht mehr ausreichten.
1 Vimy Place
Ottawa Ontario
Zu einem der führendsten Kunstmuseen in Kanada gehört die National Gallery. Sie wurde im Jahre 1880 von John Douglas Sutherland Campbell gegründet und wurde 1882 im Supreme Court of Canada untergebracht. Während ihres Bestehens ist sie mehrmals umgezogen und befindet sich seit 1988 in den Räumen des Canadian Museum of Contemporary Photography. Allein das markante Gebäude aus Glas und Granit wird sie begeistern. Aber auch die Exponate im Inneren sind atemberaubend. Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Fotografien, Zeichnungen und Skulpturen. Der Schwerpunkt liegt auf kanadischer Kunst, darunter Werke von Tom Thomson, Emily Carr und Alex Colville. Doch es sind auch viele bekannte europäische Künstler vertreten sowie Werke zeitgenössischer Kunst, unter anderem von Andy Warhol.
380 Sussex Drive
Ottawa Ontario
Das Canadian Museum of Civilization ist das meist besuchte Museum des Landes. Außerdem gilt es als eine der wichtigsten Forschungsinstitutionen mit den Schwerpunkten Archäologie, Geschichte, Ethnologie und Volkskunde. Bereits zu Beginn des Kanadischen Staates wurde das Museum gegründet: Das CMC entstand aus einem 1856 gegründeten geologisch-naturgeschichtlichen Museum. Das jetzige Gebäude am Ottawa-Fluss wurde am 29. Juni 1989 eröffnet und gilt als ein Meisterwerk der Architektur. Da es die Landschaft und die Kulturen Kanadas repräsentieren soll, wurden nur einheimische Materialien aus Kanada für den Bau verwendet. Schwerpunkt der Ausstellungen ist die Geschichte Kanadas seit der ersten Besiedlung durch Menschen. So widmet sich die Grand Hall der Kultur der Ureinwohner der Westküste und die First Peoples Hall anderen indigenen Völkern, während die Canadian Personalities Hall Persönlichkeiten vor allem aus der jüngeren Geschichte vorstellt. Die First Peoples Hall repräsentiert dabei die gesamte Bandbreite indigener Kulturen in Kanada. Darüber befindet sich die Canada Hall, die als eine Zeitreise konzipiert ist, die mit der Ankunft der Normannen um 1000 n. Chr. beginnt.
1 Vimy Place Pv
Ottawa Ontario
Die Sammlung des Museums umfasst rund 160.000 Fotoarbeiten, die sich mit zeitgenössischer Fotographie beschäftigt. Dabei begeben Sie sich auf eine Zeitreise der Fotographie und bestaunen einzigartige Werke von berühmten Künstlern.
1 Rideau Canal
Ottawa Ontario
Das NAC ist eine einzigartige Mischung aus Oper, Theater, Varieté und Konzerthalle. Nicht selten treten hier prominente Comedians wie Bill Cosby auf und bringen das Publik zum Lachen. Aber auch unbeschreibliche Tanzaufführungen und atemberaubende Varieté-Aufführungen begeistern die Zuschauer. Egal ob das Englische Theater oder das Französische Theater - es wird Sie begeistern.
53 Elgin Street
at Confederation Square ,
Ottawa Ontario
Das "Kleine Theater" in Ottawa ist Kanadas ältestes Gemeinschaftstheater. Es ist Schauplatz von urwitzigen Komödien, rätselhaften Krimi-Aufführungen und Dramen seit über 90 Jahren. Besonders ist dabei, dass das Theater fast ausschließlich von Freiwilligen betrieben wird - was an der Qualität nicht ändert, denn viele Vorstellungen sind oft ausverkauft.
400 King Edward Avenue
Ottawa Ontario
Das Theater befindet sich auf der anderen Flussseite des Ottawa. Es ist in der ganzen Stadt beliebt. Dort wird Entertainment großgeschrieben, denn vor 1.100 Zuschauern finden täglich einzigartihge Shows statt, die man bei einem Besuch in Ottawa gesehen haben sollte.
1 Casino Boulevard
Gatineau, Quebec
Schon lange bevor europäische Siedler nach Kanada kamen und die Region um Ottawa besiedelten, ließ sich der Volksstamm der Odawa oder Odaawaa hier an dieser Stelle des Flusses nieder. Dieser war bei ihnen unter dem Namen Kichi Sibi or Kichissippi bekannt, was "Großer Fluss" bedeutet.
Kanadas Hauptstadt Ottawa, die erste europäische Siedlung, damals noch Mission Sainte-Marie-au-pays-des-Hurons genannt, musste 1649 angesichts fortgesetzter Irokesen-Überfälle wieder aufgegeben werden. Philemon Wright, ein Holzhändler, der auf der Quebecer Seite am Nordufer der heutigen Stadt Ottawa eine Holzfabrik eröffnete und eine kleine Siedlung gründete, war damit sozusagen Stadtvater des heutigen Ottawa. Wright begann im Jahr 1800 mit dem Holzeinschlag und der Belieferung der weiter flussabwärts gelegenen Städte. Er transportiere hierfür einfach die Holtstämme im Fluss Ottawa bis nach Montréal. Aus seinem Unternehmen entstand Hall, heute ein Stadtteil von Gatineau, der erste Ort im Gebiet der späteren Hauptstadt. In den Folgejahren begann die Regierung mit der systematischen Ansiedlung von Europäern. In dieser Region ließen sich viele irische Einwanderer nieder, aber auch französisch sprechende Mitbewohner von der Quebecer Seite. Mit der Fertigstellung des Rideau-Kanals im Jahre 1832 wurde ein weiterer Schritt für das Wachstum des heutigen Ottawas gemacht, was zu damaliger Zeit noch unter dem Namen Bytown bekannt war. Auf der Westseite des Kanals lag das besser gestellte Wohnviertel "Uppertown", während an der Ostseite "Lowertown" lag, dessen hygienische Lage katastrophal war. Dies führte zum Ausbruch der Cholerawelle im Jahr 1832. Vor allem bis Mitte des Jahrhunderts wurde die Stadt auch in Nordamerika bekannt durch die Holzproduktion bekannt.
1854 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen Ottawa. Am 31. Dezember 1857 wurde Königin Victoria aufgefordert, eine Hauptstadt für Kanada festzulegen. Die Wahl fiel auf Ottawa, wahrscheinlich dürfte die Wahl auf die zuvor unbedeutende Stadt gefallen sein, weil sie zum einen an der Sprachgrenze lag und damit für beide Bevölkerungsteile akzeptabel schien. Zum anderen rechnete man damit, dass eine Kleinstadt möglicherweise in Kriegszeiten von Angriffen weniger bedroht war. Man errichtete die Regierungsgebäude auf dem Parliament Hill, die zwar durch ein Feuer im Jahre 1916 zerstört wurden, aber anschließend wieder aufgebaut wurden.
Die heutige Hauptstadt Kanadas ist eine atemberaubende Mischung aus modernen Wolkenkratzern, neu-gotischen Regierungsgebäude und unzähligen Kirchen, welche die große religiöse Vielfalt in Ottawa und überhaupt Kanada widerspiegeln. Die Stadt zeigt ihre englischen und französischen Einflüssen offen, aber steht auch zu kanadischen Bauwerken. Mit Hilfe der großflächig angeordneten Seen und Kanäle verfügt die Stadt zudem über ein riesiges Naherholungsgebiet, das seinesgleichen sucht.